Gebrauchtes iPhone: Das solltest du vor dem Kauf prüfen
Ein gebrauchtes iPhone kann ein richtig gutes Geschäft sein, aber nur, wenn du die richtigen Dinge prüfst. Ein iPhone, das noch mit dem Account des Vorbesitzers verknüpft ist, eine verbrauchte Batterie oder eine Reparatur mit nicht originalen Teilen können aus dem Schnäppchen schnell ein Problem machen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, worauf du achten solltest.
Vor dem Treffen: Diese Fragen stellst du dem Verkäufer
Stell diese Fragen im Chat der Plattform, damit alles schriftlich festgehalten ist:
- Genaues Modell und Speicherplatz (zum Beispiel iPhone 13, 128 GB).
- Maximale Kapazität der Batterie laut Einstellungen.
- Reparaturen: was, wann und von wem.
- Ob Kassenbon oder Rechnung vorhanden sind und ob noch Garantie besteht.
- Ob das iPhone schon von seinem Apple Account getrennt ist oder ob er das beim Treffen erledigt.
- Ob es schon einmal ins Wasser gefallen ist oder Probleme mit Face ID oder Touch ID hatte.
Vage Antworten oder Druck, schnell abzuschließen, sind Warnsignale, die du nicht ignorieren solltest.
Die wichtigste Prüfung: die Aktivierungssperre
Die Aktivierungssperre verhindert, dass jemand ein iPhone nutzt, das mit dem Apple Account einer anderen Person verknüpft ist. Apple ist da deutlich: Übernimm kein gebrauchtes iPhone, das durch die Aktivierungssperre geschützt ist, denn du wirst es nicht verwenden können.
So prüfst du es:
- Erscheint beim Einschalten ein Bildschirm, der meldet, dass das iPhone für den Eigentümer gesperrt ist, ist es noch mit dem alten Account verknüpft.
- Erscheint der Sperrbildschirm mit Codeabfrage oder der Home-Bildschirm, wurde das iPhone nicht zurückgesetzt.
- Wirst du bei der Einrichtung nach dem Apple Account des Vorbesitzers gefragt, ist das iPhone noch verknüpft.
Die Lösung ist einfach: Der Verkäufer muss „Wo ist?“ deaktivieren, sich von seinem Apple Account abmelden und das iPhone löschen, am besten vor deinen Augen. Dann schaltest du das iPhone ein und startest die Einrichtung: Es darf nach keinen fremden Zugangsdaten fragen.
Fragt das iPhone nach dem Apple Account des Vorbesitzers, zahl nicht, bevor der Verkäufer es vor deinen Augen davon trennt.
Seriennummer, IMEI und Garantie
Unter Einstellungen > Allgemein > Info findest du Seriennummer und IMEI. Beim iPhone 13 und späteren Modellen mit SIM-Fach steht die IMEI auch auf dem SIM-Fach. Vergleiche diese Nummern mit denen auf der Verpackung und dem Kassenbon: Sie müssen übereinstimmen.
- Gib die Seriennummer auf der Apple-Seite zur Prüfung des Garantiestatus ein, um zu sehen, ob das iPhone noch Garantie hat oder durch AppleCare abgedeckt ist. Du kannst das auch unter Einstellungen > Allgemein > AppleCare und Garantie prüfen.
- Ebenfalls unter Info sollte bei der Netzbetreibersperre „Keine SIM-Beschränkungen“ stehen: Das bedeutet, dass das iPhone nicht an einen Mobilfunkanbieter gebunden ist.
- Frag nach Kassenbon oder Rechnung: Du brauchst sie für die Garantie, und sie belegen, woher das iPhone stammt.
Die gesetzliche Gewährleistung gilt nur, wenn du bei einem gewerblichen Verkäufer kaufst: Nach den EU-Regeln gilt sie auch für Gebrauchtware (einige Länder erlauben eine Verkürzung, aber nicht unter 1 Jahr), während Verkäufe zwischen Privatleuten nicht unter diese Verbraucherregeln fallen.
Batterie: maximale Kapazität und Hinweise
Öffne Einstellungen > Batterie > Batteriezustand. Die maximale Kapazität zeigt, wie viel Ladung die Batterie im Vergleich zum Neuzustand noch speichern kann. Laut Apple sind die Batterien von iPhone 14 und älteren Modellen so ausgelegt, dass sie unter idealen Bedingungen nach 500 vollständigen Ladezyklen noch 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität behalten, die von iPhone 15 nach 1000 Zyklen.
Achte auf zwei Hinweise:
- Die Meldung, dass sich der Batteriezustand deutlich verschlechtert hat: Die Batterie muss ersetzt werden, rechne das also in den Preis ein.
- Einen Hinweis, dass nicht überprüft werden kann, ob es sich um eine originale Apple-Batterie handelt: Dann sind auch die Angaben zum Zustand möglicherweise nicht genau.
Originalteile: Teile- und Servicehistorie
Seit iOS 15.2 erscheint unter Einstellungen > Allgemein > Info der Abschnitt Teile- und Servicehistorie, wenn das iPhone repariert wurde. Je nach Modell kann er Batterie, Display, Logikplatine und Kameras betreffen.
- Originales Apple-Teil: Die Reparatur wurde mit Originalteilen und Verfahren von Apple durchgeführt.
- Unbekanntes Teil: Das Ersatzteil ist möglicherweise nicht original oder funktioniert nicht wie vorgesehen.
- Gebraucht: Das Bauteil war zuvor in einem anderen iPhone verbaut.
Ein unbekanntes Teil ist nicht unbedingt ein Grund, auf den Kauf zu verzichten, kann aber den Wert und die Funktion beeinflussen. Apple erklärt zum Beispiel, dass True Tone mit einem nicht originalen Display möglicherweise nicht richtig funktioniert.
Face ID, Touch ID, True Tone und der Rest
- Face ID oder Touch ID: Versuche, ein neues Gesicht oder einen neuen Fingerabdruck einzurichten. Klappt die Einrichtung nicht, kauf nicht.
- True Tone: Prüfe in den Displayeinstellungen, ob die Option vorhanden ist und sich einschalten lässt.
- Kameras: Mach Fotos und Videos mit allen Kameras, vorne und hinten, bei unterschiedlichem Licht.
- Audio: Telefoniere mit deiner eigenen SIM-Karte, teste den Lautsprecher und nimm ein Sprachmemo auf, um das Mikrofon zu prüfen.
- Tasten, Display und Verbindungen: Lautstärke, Ein/Aus, Seitentaste, Helligkeit, Touch auf dem ganzen Display, WLAN, Bluetooth, mobile Daten und Laden mit deinem eigenen Kabel.
Wasserschäden
iPhones haben Flüssigkeitskontaktanzeigen: Normalerweise sind sie weiß oder silbern und färben sich nach Kontakt mit Wasser vollständig rot. Bei vielen Modellen siehst du sie mit einer Taschenlampe von außen, und die Apple-Seite zeigt, wo sie sich befinden. Flüssigkeitsschäden sind nicht durch die Herstellergarantie von Apple abgedeckt. Eine rote Anzeige ist also ein guter Grund, auf den Kauf zu verzichten oder nachzuverhandeln.
Die Checkliste für das Treffen
- Öffentlicher Ort, bei Tageslicht, mit WLAN oder deinem eigenen Hotspot.
- Nimm deine SIM-Karte, ein Kabel und ein SIM-Werkzeug für das SIM-Fach mit.
- Prüfe Gehäuse, Display, Ränder und Ladeanschluss.
- Vergleiche unter Info Modell, Speicher, Seriennummer und IMEI mit Verpackung und Kassenbon und prüfe die Netzbetreibersperre.
- Prüfe den Batteriezustand und die Teile- und Servicehistorie.
- Teste Face ID oder Touch ID, Kameras, Audio, Tasten und Verbindungen.
- Lass den Verkäufer sich vor deinen Augen von seinem Apple Account abmelden und das iPhone löschen.
- Starte die Einrichtung: Es darf weder ein Hinweis erscheinen, dass das iPhone für den Eigentümer gesperrt ist, noch eine Abfrage des Accounts des Verkäufers.
- Bezahl erst ganz am Ende und lass dir eine Quittung mit Datum, Modell, IMEI und Preis geben.
Der richtige Preis
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